Kopfsache. Perfekt oder vollkommen?  - Martina Pütz - Die Evolutionistin

Kopfsache. Perfekt oder vollkommen? 

Kopfsache. Perfekt oder vollkommen? 

Wenn der eigene Perfektionist uns wieder einmal so richtig schön am Wickel hat, macht es Sinn, die Perspektive zu wechseln. Ein Kopfstand macht es möglich: Er verändert die Sicht auf die Dinge. Keine Sorge, das geht ganz einfach und ohne Verrenkungen. Eine wichtige Technik aus der Kreativität hilft: die „Kopfstandtechnik“ oder „Umkehrlösung“. Hier wird eine Problemstellung bewusst aus einem anderen Blickwinkel betrachtet bzw. das Problem auf den Kopf gestellt. Sie ist super, um Denkblockaden oder einseitige Denkrichtungen aufzubrechen. Bei Raumgestalt hat ein Designer das Aufsetzendes typischen Bollenhutes sehr intelligent und liebenswert umgekehrt. So lädt der Schwarzwaldhocker zum Aufsetzen in neu gedachten Form ein.

Für unseren übertriebenen und stressigen Selbst-Anspruch hilft diese Haltung auch. Unterscheide, ob du aus dem Gefühl heraus „es reicht nicht“ -- also aus einem Mangeldenken heraus -- angetrieben bist. Oder ob du entspannt verstehst, dass eine Entwicklung noch nicht vollendet ist. Künstler kennen den Unterschied, ob ihr Werk perfekt oder vollkommen, also vollendet, ist. Ich finde, diese Betrachtungsweise verhilft auch uns, viel gelassener mit uns und unseren „Werken“ umzugehen.

Du möchtest gedankliche Entspannung? Dann nimm dem inneren Nörgler das Steuer aus der Hand! Mit der Kurzformel für mehr Selbstbestimmtheit gelingt dir das: Unterscheide zwischen vollkommen = „Es ist jetzt im Moment, so wie es ist, vollständig.“ und der übertriebenen Suche nach Perfektion = „Nur, wenn es genau so (wie ich es mir vorstelle) ist, dann ist es ausreichend.“

Wenn wir das alte Denken auf den Kopf stellen, kommen wir zu mehr gedanklicher Freiheit: Es ist perfekt, so wie es jetzt im Moment vollkommen ist. Was wir dafür lernen müssen? Dem inneren Antreiber, der stets nach (Über-)Perfektion strebt, beizubringen: „Gut ist gut genug“.